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Otto Werner Förster
Tod eines »Geistersehers«
Schwindler, Wirt und Logenmeister. Johann Georg Schrepfer.
Eine vertuschte Staatsaffäre. Leipzig, 1774.
Herausgegeben von Lutz Geyer
Eine sächsische Kriminalgeschichte um Geheimbünde und »Geheimnisse«
im 18. Jahrhundert. Taurus Verlag Leipzig. www.taurusverlag.de
Die Kriminalgeschichte um den Leipziger Kaffeehauswirt Johann Georg Schrepfer aus Nürnberg und ihre Verquickung mit dem Dresdner Hochadel und Geheimbünden im scheinbar aufgeklärten 18. Jahrhundert war seit Schrepfers »Selbstmord« 1774 im Leipziger Rosenthal mit seinen undurchsichtigen Hintergründen immer wieder Stoff für Zeitschriften und Bücher.
Moses Mendelssohn hat sich damit beschäftigt und Friedrich II., Goethe und Friedrich Nicolai, Schiller und Fontane. Aufgeklärt wurde der Fall nie, weil der Dresdner Hof das unterbunden hat. Alle Schriften dazu bis in die Gegenwart gehen auf sehr spärliche Quellen zurück. Gezielte Falschinformationen, der große »Volksmund« und voneinander abschreibende Autoren bis in unser Jahrhundert haben die Geschichte nicht durchschaubarer gemacht.
Es war also an der Zeit, Schrepfers Geschichte, die zugleich jene heftiger Auseinandersetzungen zwischen den aufgeklärten Köpfen und den ideologisch motivierten fanatischen Zurückdrehern war, neu zu beleuchten. Dabei wurde auch das tatsächliche Geburtsjahr Schrepfers ermittelt, sowie sein Begräbnisort. Schrepfers Wohnung und Wirkungsstätte seiner »Loge der ächten Maurerey« war das Grundstück des heutigen Leipziger Restaurants »Zills Tunnel«.
»... Ich zweifle mit Grund, ob Jemand die Sache genauer untersucht habe ... Eine gerichtliche Untersuchung, wie solche von der Landesregierung eingeleitet werden will, wird unmöglich angestellt werden können, ohne daß dabei Ihro Königl. Hoheit der Herzog von Curland überall mit ins Spiel gezogen, mithin in der Folge Ihro Churf. Durchl. Selbst in unausbleibliche Verlegenheit gesetzt werden ...«
Friedrich Ludwig von Wurmb, sächsischer Konferenzminister, hatte größtes Interesse daran, von weiteren Ermittlungen in der »Sache« dringend abzuraten. Er war selbst bis über die Ohren darin verwickelt. Die Herren von Brühl, von Hohenthal und von Bischofswerder, der Großkaufmann Du Bosc u.a. auch. Wurmbs langer Brief an den Kurfürsten Friedrich August III. führte zum gewünschten Ergebnis: Weitere Untersuchungen fanden nie statt, das mißtrauische untersuchende Leipziger Gericht wurde ausgebremst.
Der Skandal war so schon immens, für Hofadel, Großkaufleute und Ritter spielende Geheimbündler. Das Buch rekonstruiert anhand der Archivalien und neu aufgefundener Dokumente Schrepfers Geschichte, seinen Tod und die Hintergründe, zahlreiche Dokumente werden hier erstmals veröffentlicht.
In Zusammenarbeit mit dem Stadtgeschichtlichen Museum, dem Stadtarchiv Leipzig und dem Museum Waldenburg. Das Buch erscheint im September 2011 in einer Erstauflage mit 200 num. Exemplaren, ca. 100 S., mit zahlreichen Abbildungen.
ISBN 978-3-9810303-0-3 - 19,80 EUR
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